Ablauf einer Aufstellung

Wie läuft eine Aufstellung ab?

  • Sie schildern kurz Ihre Ausgangssituation.
  • In einem Interview wird Ihr aktuelles Anliegen herausgefiltert und präzise formuliert.
  • Dann werden die relevanten Aspekte des Systems ausgewählt und von Ihnen entsprechend Ihrem inneren Bild oder Gefühl in den Raum gestellt (mit Hilfe von anwesenden, fremden Personen als „Stellvertreter“).
  • Eine Befragung der aufgestellten Repräsentanten ergibt meist schon erstaunliche Erkenntnisse über vorhandene Beziehungen und „Störungen“.
  • In der darauf folgenden Prozessarbeit werden so lange Veränderungen herbeigeführt, bis es allen Beteiligten besser geht und bis Sie (als Kunde) zufrieden sind.
  • Durch Umstellen, Herausnehmen oder Hinzufügen einzelner Aspekte können z. B. unterschiedliche Lösungswege auf Ihre Wirkungen und Erfolgsaussichten getestet werden.

Mehr siehe: „Was geschieht beim Aufstellen“ und „Grundsätzliches zu Aufstellungen“

Resonanzkörper

Was passiert beim Aufstellen?

Zunächst stellt der Klient die für seine Fragestellung relevanten Aspekte in den Raum. Dazu dienen im (in der Regel) Personen als Repräsentanten. Diese „Stellvertreter“ erhalten ihre Informationen über die vertretene Person oder das vertretene Systemelement durch ihre körperliche Wahrnehmung. Was heißt das?

Repräsentanten fühlen sich z. B. interessiert oder desinteressiert am Geschehen, spüren Sympathie oder Antipathie anderen Systemteilen gegenüber, fühlen sich stark, elend oder ausgeschlossen etc. Sie werden sozusagen zu Resonanzkörpern für das implizite Wissen.

Ist unser Körper ein Sinnesorgan für räumliche Wahrnehmung?

Wie das „funktioniert“ kann die Wissenschaft bisher nicht schlüssig erklären, wie so Vieles. Dass es „funktioniert“ zeigen Zehntausende von empirischen Erfahrungen und inzwischen auch viele Forschungsergebnisse.
Fritz B. Simon, Professor für Führung und Organisation an der Universität Witten-Herdecke, u. a. erklären dieses schwer fassbare Phänomen damit, dass unser Körper als Ganzes sich als Sinnesorgan für räumliche Beziehungen nutzen lässt (neben seinen Fähigkeiten Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken).

Das würde erklären, weshalb wir so viele räumliche Metaphern in unserer Umgangssprache benutzen, um den Status unserer zwischenmenschlichen Beziehungen auszudrücken. Redewendungen wie „Komm mir nicht zu nahe!“, „Ich bin hier am falschen Platz“, „Er stärkt mir den Rücken“, „Sie steht mir im Weg“, „Hinten anstellen!“ (mehr dazu? Bitte Link anklicken Abschnitt: „Aufstellungen sind etwas ganz Normales„).

Ein Modell bilden

Wenn Sie ein Anliegen aufstellen, bilden Sie ein Modell. Sie machen nach außen hin sichtbar, was sich derzeit in Ihrem Inneren abspielt. Dazu bedienen Sie sich der Hilfe von Gruppenteilnehmern (in der Regel fremde Personen), die sich Ihnen freiwillig als Repräsentanten zur Verfügung stellen.

Was passiert dabei konkret?

Sie nehmen die ausgewählten Personen einzeln nacheinander in einer gefassten und konzentrierten Stimmung bei den Schultern oder Armen und stellen sie jeweils an den Punkt im Raum, wo sie Ihrer inneren Vorstellung nach hingehören
(Beispiel: Ihren eigenen Stellvertreter in die Mitte, den Repräsentanten Ihres Chefs an dessen Seite, den Repräsentanten für Ihre Mitarbeiter mit etwas Abstand nach links, den Repräsentanten für Ihre Kunden gegenüber und weiter weg…)

Bereits dieser Vorgang ist in der Regel sehr hilfreich, weil erhellend und aufschlussreich. Ermöglicht Ihnen das aufgestellte, dreidimensionale Bild doch mehrere neue Blickwinkel.
Sie können es mit Abstand aus einer Beobachterposition neu anschauen und auf sich wirken lassen. Dabei distanzieren Sie sich ein Stück davon und sind nicht mehr so stark damit identifiziert. Nicht mehr das Anliegen – was auch immer es sein mag – hat Sie, sondern Sie haben jetzt das Anliegen – zumindest klar im Blick.

„Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung“
Antoine de Saint-Exupéry

Wie die Repräsentanten zueinander stehen, ist dabei körpersprachlich unmittelbar verständlich. Es ist erlebbar, was „nahe beieinander“ heißt, nicht nur, wenn es sich um Personen handelt, die „sich nahe stehen“, sondern auch wenn es sich um Abstraktes handelt wie Werte, Hindernisse, Ziele, Erfolg, Gesundheit etc.

Woran liegt das?

Wir verstehen unmittelbar, was es bedeutet, wenn etwas „hinter uns ist“ oder „im Rücken“, sei es unterstützend, vergangen oder bedrohlich. Es ist offen-sichtlich, was es heißt, etwas „im Blick“ zu haben oder etwas „nicht zu sehen“.
Es wird unmittelbar ein-sichtig, worauf sich „die Aufmerksamkeit richtet“ und was „nicht wahrgenommen“ wird. Es ist schnell erkennbar, wer wen oder was „ansieht“ oder „übersieht“ oder sich davon „abwendet“ …
Es wird auch erfahrbar, wen es zu wem „hinzieht“, wer wem zu nahe „auf den Pelz gerückt“ ist oder wer von wem „weg will“ und vieles mehr.

Für einige Zeit gibt es jetzt für Sie nichts zu tun – außer aufmerksam Acht zu geben auf die Aussagen der von Ihnen aufgestellten Repräsentanten und die Wirkungen der folgenden Veränderungen. Alles Weitere dürfen Sie der Kompetenz des „Leiters“ („Begleiters“ oder „Gastgebers“ der Aufstellung) und der „Weisheit des aufgestellten Systems“ überlassen. Die aufgestellten Personen empfangen als „Organe des aufgestellten Systems“ mit ihren Körpern unmittelbar die Wirkungen der Beziehungen und aller Veränderungen untereinander.

  • Frau R.J. aus Königstein

    Mein Thema unerklärlicher Wut am Arbeitsplatz hat gezeigt, dass sich mein ‚Problem‘ schon am nächsten Tag gelöst hatte. In meinem Umfeld hatte sich nichts verändert, ganz im Gegenteil, es wurde schwieriger, aber ‚es hat nichts mehr mit mir gemacht‘, die Wut war und ist nicht mehr da!
    Ich bin davon überzeugt, dass Aufstellungen eine optimale Möglichkeit sind, wesentliche Lebensthemen zu klären und vor allem zu lösen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen,